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Thilo Bals übt nach seinem Rückzug aus der SPD-Fraktion harsche Kritik

an seinen früheren Kollegen.

THILO BALS KEHRT SPD-FRAKTION DEN RÜCKEN
(Auszug aus dem Donaukurier vom 25.11.2020 - PK)
Manching - So ganz überraschend kommt der Schritt zwar nicht, aber er wird dennoch für Diskussionen sorgen: Der SPD-Politiker Thilo Bals, seit 2008 Manchinger Gemeinderat, lange Zeit Fraktionsvorsitzender, Bürgermeisterkandidat 2020 und Bewerber für das Amt des Pfaffenhofener Landrats 2008, verlässt nach über 15 Jahren Mitgliedschaft die SPD-Fraktion.
"Mit der Landes- und Bundespolitik hat das gar nichts zu tun", so der 49-Jährige gegenüber unserer Zeitung: "Es liegt an der SPD-Fraktion vor Ort." Sein Urteil über seine ehemaligen Kollegen fällt nicht besonders schmeichelhaft aus. "Die SPD-Fraktion kann sich am besten selber auflösen", so der Rechtsanwalt. Ihr fehle es einfach an Profil - nicht zuletzt deswegen, weil sie in der "Regierungsverantwortung" sei. Die Manchinger SPD stellt unter FW-Bürgermeister Herbert Nerb seit über zwölf Jahren den zweiten Bürgermeister, zunächst Elke Drack, jetzt Hans Froschmeier.
Bals hat nach eigenem Bekunden "schwer mit sich gerungen" und "lange zugesehen". Doch zum Schluss sei es nicht mehr gegangen. Die Entfremdung begann wohl vor knapp zwei Jahren, wie auch schon von verschiedenen Seiten von heftigen internen Auseinandersetzungen zwischen der SPD-Fraktion und Bals zu hören war.
Der Fraktion fehlt es nach Überzeugung von Bals an eigenem Profil, an "klarer Kante". Stattdessen habe er den Eindruck der "Servilität gegenüber den Freien Wählern". Nach dem Wahlkampf sei es nur darum gegangen, Posten zu verteilen. So hätte er sich beispielsweise gut einen UW-Mann als Dritten Bürgermeister vorstellen können. Und sein Ergebnis (Bals hatte als Bürgermeisterkandidat 10,6 Prozent der Stimmen geholt) sei nur ein Ausfluss des Profilverlustes.
Bei der Rats-SPD vermisst Bals einen "Paradigmenwechsel" und den Willen, Themen voranzutreiben wie etwa den seit über zehn Jahren geplanten und von der SPD initiierten Technologiepark am Flugplatz. Auch er selber wollte was bewegen, was etwa sein Antrag auf Radwege zu Airbus zeige, habe aber keine Unterstützung erhalten, kritisiert der Kommunalpolitiker.
Bals selber war in den vergangenen Jahren immer wieder kritisiert worden, zu spät zu Sitzungen zu kommen oder früher zu gehen. "Mein Engagement hat tatsächlich nachgelassen", räumt er ein, was auch ein Ausfluss seines Verhältnisses zur Fraktion sei. So habe er die vergangenen Monate keine Fraktionssitzung mehr besucht. Mit seiner beruflichen Belastung als Anwalt habe seine Entscheidung nichts zu tun.
Bals will nun zunächst als einzelner Gemeinderat weitermachen. "Aus den Ausschüssen bin ich natürlich raus", ist ihm klar. Wie er dann politisch weitermacht, will er sich in aller Ruhe überlegen. Dabei ziehe er die gesamte Bandbreite der Möglichkeiten in Betracht. So wäre für ihn auch eine Fraktionsgemeinschaft denkbar - also mit UW oder CSU, nachdem die FW wohl nicht in Frage kommen dürfte.

 

Ein Gitterzaun soll die Bäume rund um den Braunweiher in Manching vor dem Biber schützen.

Foto: Schmidtner

DER BIBER ÜBERTREIBT ES WIEDER MAL
Auszug aus dem Donaukurier vom 1.12.2020 - PK)

 

 

Manching - Die Vorstellung von Pfaffenhofens Landrat Albert Gürtner (FW) stand im Mittelpunkt der jüngsten Manchinger Gemeinderatssitzung.

 

Den Reigen der Fragen eröffnete Gemeinderat Xaver Huber (FW). "Ich bin froh, dass ein Mann aus der Wirtschaft an der Spitze des Landkreises steht", betonte er und äußerte die Hoffnung, dass dieser den Firmen bei Problemen zur Seite stehen möge. Gürtner, früher in verantwortlicher Stellung bei Hipp Pfaffenhofen, erinnerte an das Kommunalunternehmen Strukturentwicklung im Landkreis (KUS) und erklärte, derzeit ziemlich häufig bei Airbus in Manching zu sein.

Der Verkehr war Birgid Neumayr (CSU) ein Anliegen, speziell die Möglichkeit eines Kreisels im Bereich Manchinger Straße/Niederfelder Straße sowie die Sanierung der Ingolstädter Straße von der Autobahn bis zum Kreisel Niederstimm. Statt des Landrats gab in diesem Fall der Experte vor Ort die Antwort. Der Kreisel sei sinnvoll, so Bauamtsleiter Johann Forstner, das Thema komme im Frühjahr in den Gemeinderat, und für die Ingolstädter Straße werde derzeit eine Vorstudie erstellt. Geplant sei ein kompletter Neubau, die Mittelzuweisung sei da.

Mehr Unterstützung für den geplanten Technologiepark beim Flugplatz forderte der mittlerweile fraktionslose Thilo Bals, worauf Gürtner antwortete, dass Airbus derzeit eines der wichtigsten Themen im Landkreis sei. Hinsichtlich der von Bals ebenfalls angesprochenen Kreisumlage erklärte der Landrat, dass möglichst viel Geld bei den Kommunen bleiben solle und man sich mit den Bürgermeistern auf eine Umlage von 42,5 Prozent verständigt habe. Mittelfristig rechnet er aber damit, dass sich der Landkreis verschulden muss.

Der Biber ist im Landkreis ein Problem - darauf wies Martin Braun (FW) hin und berichtete von neuen Fällen von Aufstauungen und Unterminierungen. Gürtner sagte, dass es diese Woche einen runden Tisch mit den am stärksten betroffenen Gemeinden und der Unteren Naturschutzbehörde gibt. Von den 45 Fanganträgen, die heuer bislang gestellt wurden, sind nach seinen Worten 40 positiv genehmigt worden.

Michael Weichenrieder (CSU) brachte ein Thema aufs Tablett, das bereits unter Gürtners Vorgänger Martin Wolf virulent war: "Warum kann die Bürgerinitiative PFC Flugplatz Manching nicht mit am runden Tisch sitzen? ", wollte der Vorsitzende der BI von Gürtner wissen. Der Landrat erklärte, dass die Bundeswehr das nicht wolle. Erste Erkenntnisse zu den Pump-and-Threat-Versuchen am Flugplatz werden am 17. Dezember präsentiert. Erledigt hatte sich in der Zwischenzeit eine Anfrage von Victoria Görlitz (CSU). Gürtner hat bereits den Auftrag für den Kauf von Lüftern für die Klassenräume der Manchinger Realschule ohne Fenster in Auftrag gegeben - und gleichzeitig noch 150 Kohlendioxid-Messgeräte dazu bestellt.

Der Umweltschutz war Michael Schweiger (UW) ein Anliegen, speziell die Weiterentwicklung regenerativer Energien. Der Landrat wies darauf hin, dass die Stadt Ingolstadt und die drei Landkreise vereinbart haben, gemeinsam eine Modellregion für den Einsatz von Wasserstoff zu werden.

Schließlich waren die umstrittenen Packstationen noch ein Thema im Gemeinderat. Wie Manchings Bürgermeister Herbert Nerb (FW) erklärte, habe die Post mittlerweile einen Antrag auf eine isolierte Befreiung gestellt. Dieser ist baurechtlich erforderlich, wenn die Post eine Packstation bei einem Supermarkt errichten will, der als Sondergebiet ausgewiesen ist. Wie Nerb betonte, sei dies aber alles andere als ein Einzelfall. Die Post habe in der Vergangenheit schon mehrmals derartige Anträge gestellt. Außerdem habe der Markt nie von der Post verlangt, ein Gewerbe dafür anzumelden. Auch Kommunikationsprobleme seitens des Marktes wies Nerb zurück.

 

 

© Thilo Bals 2019